- gelb und gestromt -
Int. Zwingerschutz FCI/VDH/DDC   •   Mitglied im DDC seit 1969


Vorsicht giftig!




Ein Haushalt beherbergt nicht nur Gefahrenstoffe für Kleinkinder, auch unsere Hunde können sich sehr schnell in Haus und Garten vergiften. Dabei sind es nicht nur Chemikalien, die ihm gefährlich werden können, sondern Lebensmittel und Pflanzen, die für uns oft harmlos sind.

Wichtig ist, die Hunde nicht erst auf den Geschmack zu bringen, damit sie sich nicht selbst bedienen.

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  • Weintrauben und Rosinen

    Weintrauben und Rosinen können für Hunde das pure Gift sein. So warnen unabhängig voneinander ein amerikanisches (ASPCA's Animal Poison Control Center) und ein britisches (Veterinary Poisons Information Service) Zentrum für Vergiftungsanfälle bei Tieren. Beide Zentren sammeln alle Daten über Vergiftungen bei Tieren, die ihnen von Tierärzten übermittelt werden.

    Merkwürdige Vergiftungen
    Bei der Analyse dieser Daten stießen die Forscher auf merkwürdige Vergiftungen bei 19 Hunden (10 in den USA und 9 in Großbritannien). Alle Hunde hatten unterschiedlich große Mengen an Weintrauben oder Rosinen gefressen - Leckereien, die man eigentlich als harmlos einstufen würde.
    Die Symptome der Hunde glichen sich: Einige Stunden nach dem Verzehr der Früchte erbrachen sich die Tiere und wurden appetitlos. Durchfall und Bauchschmerzen stellten sich bei einigen Hunden ein. Nach 24 Stunden zeigten die am schwersten betroffenen Hunde die Symptome eines Nierenversagens. Sie wurden sehr ruhig bis lethargisch und konnten kein oder nur noch wenig Wasser lassen.
    Bei Blutuntersuchungen stellten die behandelnden Tierärzte neben dramatisch erhöhten Nierenwerten auch eine Hyperkalzämie (zu viel Kalzium im Blut) fest. Von den zehn amerikanischen Hunden überlebten nur fünf Tiere.
    Bei Verdacht auf eine Weintraubenvergiftung sollten die Hunde zur Entgiftung rasch zum Erbrechen gebracht werden. Evtl. kann man mit Aktivkohle das Gift im Darm binden. Danach muss der Tierarzt vor allem dem drohenden Nierenversagen vorbeugen. Bei schweren Vergiftungen sollte der Hund vom Tierarzt stationär aufgenommen und mindestens 48 Stunden lang unter Kontrolle der Blutwerte mit Infusionen versorgt werden.

    Rosinen sind eventuell gefährlicher
    Noch weiß man sehr wenig über die Ursache dieser Vergiftungen. Denn außer dem Verzehr von Weintrauben wiesen sie keine Gemeinsamkeiten auf: Die Vergiftungsfälle ereigneten sich nicht in einer speziellen Region. Weintrauben und Rosinen gehörten unterschiedlichen Sorten an und waren weder mit Spritzmitteln noch anderen chemischen Mitteln oder Schwermetallen übermäßig belastet. Deshalb gehen die Wissenschaftler davon aus, dass es tatsächlich die Früchte sind, die die Vergiftungen bei den Hunden ausgelöst haben. Sie vermuten, dass Rosinen sogar noch gefährlicher als frische Trauben sind, weil sie den giftigen Stoff in konzentrierter Form enthalten.

    Bisher gibt es nur Schätzungen
    Auch die Dosis, die den Weintraubengenuss zum Gift für den Hund macht, ist noch nicht bekannt. Die amerikanischen Forscher schätzen, dass umgerechnet 11,6 g Trauben pro kg Körpergewicht des Hundes zu Vergiftungserscheinungen führen können (also bei einem 20 kg schweren Hund rund 232 g Trauben). In Großbritannien ermittelten die Wissenschaftler, dass ca. 14 g Rosinen/kg Hund zu einem Todesfall bei einem Labrador Retriever geführt haben.

      Weitere Informationen:
      www.aspca.org/site/PageServer?pagename=grapes
      www.vetinfo.com/doginfo.html
      Quelle: http://www.hundshuus.de/medizin/weintrauben.html



  • Süßstoff

    Der Zuckerausaustauschstoff Xylit, welcher ein häufiger Bestandteil zuckerfreier Süßigkeiten ist, stellt ein giftiges, teilweise tödliches Risiko für Hunde dar.

    Xylit steigert bei Hunden die Ausschüttung des körpereigenen Insulins.
    Lässt der Besitzer seinen Hund Süßigkeiten (auch Kekse, Kaugummi, Backmittel, Bonbons, Zahnpasta, therapeutische Nährmittel, etc.) mit dem Zuckeraustauschstoff Xylit futtern, riskiert er bei seinem vierbeinigen Familienmitglied einen tödlichen Abfall des Blutzuckerspiegels.

    Xylitol wird in der Leber ohne Beteiligung von Insulin über D-Xylulose zu Fruktose-6-Phosphat umgewandelt.
    Das toxische Prinzip bewirkt, dass bei Hunden Xylitol nach peroraler und intravenöser Aufnahme einen schnellen, dosisabhängigen Insulinanstieg und dementsprechend einen Abfall der Blutglukose, erfolgt. Zudem reduziert Xylitol die Glukoneogenese in der Leber.

    Schon 1 g Xylitol/kg Körpergewicht p.o. führt beim Hund zu einem Insulinanstieg mit Werten um 265 ± 25 µU/ml nach 45 Minuten. Der Plasma-Glukose-Spiegel sinkt innerhalb von 10-20 Minuten, mit Tiefwerten um 50 mg/dl (Referenzbereich 60-100 mg/dl) nach einer Stunde. Die Blutglukose erholt sich frühestens 2 Stunden nach Ingestion.
    Zum Vergleich: 1 g Glukose/kg Körpergewicht p.o. bewirkt beim Hund einen Insulinanstieg mit Werten von 42 ± 29 µU/ml nach 30 Minuten. Der Plasma-Glukose-Spiegel steigt von initial 70 mg/dl auf 100 mg/dl nach 30-45 Minuten (Kuzuya et al., 1969).


    Symptome
    Allgemeinzustand, Verhalten
    Apathie, Schwäche, Ataxie; Somnolenz, Koma, Stupor; Seitenlage

    Nervensystem:
    Zittern; epileptiforme Anfälle

    Nach Langzeitverabreichung von Xylitol können Ablagerungen von Oxalatkristallen in Gehirn und Niere auftreten.
      Literaturverzeichnis und Quellen
      National Geograhic Deutschland
      http://vptserver1.unizh.ch/clinitox/toxdb/KLT_086.htm



  • Schokolade

    Auch unsere Haustiere essen gerne etwas Süßes. Besonders Hunde, aber auch Katzen und sogar Kaninchen sind einem Stück Schokolade gegenüber nicht abgeneigt.
    Aber Vorsicht!
    Bei Tieren kann der Verzehr von Schokolade tödlich enden!
    Schokolade enthält Koffein und einen ähnlichen Stoff, das Theobromin. Beide Stoffe können zu schweren Herzproblemen führen. Die Symptome der Vergiftung hängen von der Menge und der Art der aufgenommenen Schokolade ab. Zartbitter- bzw. Blockschokolade ist besonders gefährlich. Kleine Hunde von wenigen Kilogramm Körpergewicht können schon nach der Aufnahme von 20 - 30 Gramm sterben. Bei großen Hunden wie z.B. Schäferhunden sind 120 bis 250 Gramm gefährlich. Milchschokolade führt in etwa zehnfacher Menge zum Tode. Bei Aufnahme einer geringeren Menge kommt es meist lediglich zu Magen-Darm-Problemen wie Durchfall und Erbrechen.

    Wir raten Ihnen deshalb dringend davon ab, Ihrem Haustier Schokolade und Pralinen anzubieten. Wenn Sie dies dennoch tun möchten, dann geben Sie ihrem Haustier ein kleines Stück Hundeschokolade, die die genannten Stoffe in geringeren Mengen enthält als herkömmliche Schokolade.



  • Zwiebeln und Knoblauch

    Hier ist sich die Wissenschaft nicht einig, ab welcher Menge es für den Hund gefährlich wird!

    Zwiebeln
    •  sind äußerst giftig für Hunde, denn sie enthalten das für Hunde giftige N-Propyldisulfid. Schon eine mittelgroße Zwiebel kann einen kleinen Hund ernsthaft schädigen und zur Hämolyse (=Zerstörung der roten Blutkörperchen) führen. Dabei ist es gleich, ob die Zwiebel roh oder gekocht gefressen wird.
    In den roten Blutkörperchen (Erythrozyten) führt N-Propyldisulfid aus Zwiebel zur Bildung von sogenannten Heinz-Körpern, die zum Aufplatzen der Blutzellen führen. Symptome sind Zittern, Erbrechen, Durchfall, eventuell rotbraun verfärbter Urin. Der Hund muss dann möglichst schnell zu einem Tierarzt.

    •  Laut Herrn Prof. Dr. Nägeli vom Veterinärtoxikologischen Institut der Universität Zürich: Vergiftungen ab 40 g pro Kg Hund, für einen 35 Kg Hund also erst bei 1,4 kg (!) Zwiebeln auftreten.

    Knoblauch
    •  Wie bei der Zwiebel, kommt das N-Propyldisulfid auch im Knoblauch vor. Immer noch werden Produkte verkauft, die Knoblauch beinhalten und behaupten, dass dadurch dem Hund Gutes getan würde. Doch das stimmt nicht wirklich. Auch wenn in diesen Produkten durch Trockenverfahren kaum eine Wirkung hervorgehoben werden könnte.
    Bei einer Aufnahme größerer Mengen von Knoblauch, aber auch bei einer regelmäßigen Fütterung kleiner Mengen führt dieser Inhaltsstoff zu lebensbedrohlicher Anämie (Blutarmut).

    •  Nach einer amerikanischen Veröffentlichung ist Knoblauch deutlich weniger giftig für Hunde als die normale Küchenzwiebel.
    Die Fütterung von geringern Mengen Knoblauch an Hunde kann sich günstig auf die Gesundheit auswirken. Über die tatsächliche Wirkung als Repellens (Abschreckungsmittel gegen stechende Insekten) ist nichts bekannt. Empfohlen wird eine tägliche Dosis von 4 g / Hund der frischen Knoblauchzehe. (Für Pulver usw. gibt es keine Dosisempfehlung)

    Man sollte also abwägen.



    .... demnächst mehr!


        www.deutsche-doggen-vom-hospodar.de